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Der Ort Ruffrè nimmt seinen Namen vom Rio Freddo, der zusammen mit dem
Rio Diavola die weite, von Fichten, Tannen und Lärchen umsäumte Talmulde
von Ruffrè durchschneidet. Die weitverstreuten Höfe um den Ortskern Ruffrè
herum stammen noch aus mittelalterlicher Zeit. Es sind die sogenannten
„Masi". Orts- und Flurnamen sowie Familiennamen und der Brauchtum |
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zeugen von erheblichen Einflüssen aus dem deutschen
Kulturkreis. Die ersten Höfe wurden von Holzfällern, Köhlern, Hirten und
Harzsammlern erbaut, die über die alten Wege und Saumpfade dieses Hochtal
erreicht haben. Der älteste Hof, genannt „Mansum de Rifreto", wird bereits
im Jahre 1271 urkundlich erwähnt. Hauptort war für lange Zeit der
Mendelpass selbst. Das Weidegebiet vom Pass hinunter bis Ruffrè wurde
„Piazza boara" genannt. Es war Eingentum der Grafen Thun. Einige Zeit
später ist das Gebiet an die Gemeinde Kaltern übergegangen. Im Ortsteil
Costa wird bereits Anfang des 14. Jahrhunderts eine Kirche erwähnt, die
dem Hl. Antonius Abate geweiht war. Sie wurde mehrmals erneuert und
umbgebaut und zwischen den Jahren 1879 bis 1884 von Grund auf restauriert.
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Die Grundmauern und der Kirchturm sowie die biforen Fenster stammen
noch aus romanischer Zeit. Besonders schön sind die beiden im Kirchturm
eingelassenen Reliefsteine. Der eine stellt ein menschliches Gesicht und
der andere einen Wappen mit Steinbock dar. |
Einige Gehminuten vom Ortszentrum entfernt, öffnet sich die atemberaubende
Schlucht des Diavola-Flusses. Die Legende erzählt, daß sich in diesem
unheimlichen Abgrunde Teufel und Hexen trafen. Entlang der Hauptstraße
wurden in Richtung Mendelpass links und rechts Ferienhäuser errichtet. Man
nennt sie auch „Villini dell‘Alpe".
Unterhalb der Abbruchkante des Mendelkammes, der sich nördlich und südlich
des Mendelpasses hinzieht, breitet sich das große, 850 m ca.
tiefergelegene Überetscher Weingebiet aus.
Eine direkte Verbindung zwischen dem Mendelpass und Kaltern schafft die
vor mehr als knapp 100 Jahren gebaute Standseilbahn, die zu einer der
ersten Bahnen dieser Art in Europa gehört. |
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Zur Zeit der „Bella Epoque" gehörte die Passhöhe zu den bevorzugtesten
Reisezielen der Habsburger. Der Bau der Mendelstraße brachte dem Pass eine
goldene Zeit. Es entwickelte sich hier ein elegantes und gut besuchtes
Ferienzentrum für die Donaumonarchie.
Bereits Anfang des Jahrhunderts wurden die Hotels mit Strom versorgt. Das
Projekt stammte von Ing. Emanuele Lanzerotti. Das ermöglichte auch den Bau
der 1903 in Betrieb genommenen Standseilbahn, sowie den Bau einer
elektrischen Schmalspurbahn von dem Mendelpass bis Dermulo. Die Planung
wurde vom schweizer Ing. Emil Strauss durchgeführt. Für den Fremdenverkehr
in diesem Gebiet bedeutete dies ein zusätzlicher Auftrieb. |
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In der Folge wurden weitere Hotels gebaut und auch die
nahegelegenen Orte des Nonstales entwickelten sich zu Fereinorten. Leider
wurde die Eisenbahn für die Herstellung von Waffen für den
Abessinien-Krieg Italiens während der Zwischenkriegszeit eingeschmolzen.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele Hotels von der Università Cattolica aus
Mailand abgekauft, die sie während der Sommermonate als Tagungs- und
Fortbildungszentren umgestalteten. Von der Passhöhe genießt man eine
beeindruckende Aussicht über Berggipfel und Täler sowohl des Trentinos als
auch Südtirols. Der Mendelpass ist auch heute ein wichtiger
Fremdenverkehrsort, der sowohl im Sommer als auch im Winter seinen
ausgesprochenen Reiz hat. |

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